Vielen Dank und auf Wiedersehen!

Die Stiftung SehnSucht, die SehnSucht gemeinnützige GmbH und ihre MitarbeiterInnen, allen voran Gründerin, Stiftungsvorstand und Geschäftsführerin Tanja Henlein möchten und müssen sich heute leider bei Ihnen verabschieden. Wir bedauern es sehr, zum 31.12.2014 unsere suchtpräventive Arbeit für Kinder und Jugendliche in Deutschland einstellen zu müssen.

Wir sind absolut gerührt von der Anteilnahme und den netten Worten, die uns als Reaktion auf unseren Abschied erreicht haben. Zudem sind wir zutiefst traurig darüber, dass der Grund für unseren Abschied, kein Einzelfall zu sein scheint. Viele Organisationen und Menschen aus dem gemeinnützigen Bereich stehen vor ähnlichen Problemen.Es war uns ein Anliegen alle Reaktionen hier zu veröffentlichen.

Im Folgenden lesen Sie die Begründung für diese weitreichende, persönliche Entscheidung von Tanja Henlein und Kommentare der langjährigen MitarbeiterInnen:

 

Vor neun Jahren habe ich gemeinsam mit Kai Pflaume die Stiftung SehnSucht und die SehnSucht gemeinnützige GmbH gegründet und damit den Traum verwirklicht, mein Engagement für die Suchtprävention von Kindern und Jugendlichen sowie die Reintegration von ehemals süchtigen Menschen in die Gesellschaft zum Beruf zu machen. Seither haben meine MitarbeiterInnen und  ich alles daran gesetzt, unsere Arbeit stetig zu professionalisieren und auszubauen.

Wir haben unsere Arbeit immer fast ausschließlich über Spenden und Unternehmenskooperationen finanziert, fast keine öffentlichen Gelder bekommen oder verwendet. Die Finanzierung war nie einfach. Immer wieder gab es Phasen, in denen ich nicht wusste, wie ich das Gehalt der Mitarbeiter aufbringen sollte und das „Aus“ schien nahe. Aber immer wieder habe ich und haben wir gekämpft und es schließlich auch geschafft. Es ging weiter.

Im vergangenen Jahr zeichnete sich ab, dass eine weitere Finanzierung über Unternehmenskooperationen und Spenden zukünftig nicht ausreichen würde, um unsere inzwischen „gewachsene“ Organisation halten zu können. Ich versuchte alles, um über Anträge und die im gemeinnützigen Bereich üblichen Wege Geld oder Förderungen für 2015 zu bekommen, plante eine größere PR-Aktion.

Leider musste ich bereits während der Vorgespräche und trotz der durchaus signalisierten Hilfsbereitschaft mancher Stellen, unsere Bemühungen für Zuschüsse, Finanzierung etc. zu
unterstützen, nach mehreren Wochen feststellen, dass meine Tätigkeit sich auf das Erstellen von Berechnungen, Kalkulationen und Tabellen beschränkte. Zudem widersprachen sich angedachte Fördermittel mit anderen.

Der Verwaltungsaufwand für Beantragungen wurde enorm. Später sind es dann genau diese
Verwaltungskosten, die im Rahmen von Anträgen nicht oder nur minimal anerkannt werden. Personalstellen werden bei der Vergabe von Fördermitteln in der Regel entweder komplett ausgeschlossen oder  es können nur die Kosten beantragt werden, die die PädagogIn verursacht, die direkt mit den Kindern in der Schule arbeitet.

Selbst die Zeit, die darauf verwendet werden muss, Projekte zu konzipieren, vor- und nachzubereiten, wird häufig nicht anerkannt. Kosten für diejenigen MitarbeiterInnen, die alles organisieren, damit Projekte überhaupt durchgeführt werden können, werden in den seltensten Fällen übernommen oder es gibt nur so geringe Verwaltungspauschalen für diese Tätigkeiten, dass ich als Geschäftsführerin einer gemeinnützigen Organisation Mitarbeiter zu nicht vertretbaren Konditionen anstellen müsste, um mit diesen minimalen Verwaltungspauschalen die Kosten decken zu können. Dies wiederum widerspricht gänzlich meiner persönlichen Vorstellung von „sozial“.

Die Anforderungen der Bürokratie und die nicht enden wollenden Verwaltungsarbeiten zermürbten mich. Selbst wenn es mir gelungen wäre, eine Übernahme dringend notwendiger Kosten zum Erhalt unserer Arbeit in der Suchtprävention zu erreichen, wäre ein ähnlicher Aufwand nach Durchführung unserer Projekte entstanden, um dann die Mittelverwendung im Nachhinein belegen zu können.

Es stimmt mich sehr traurig, dass ich nach neun Jahren Engagement, bereits gut gefülltem Terminkalender für 2015 und dem stetig von den Schulen bestätigten Bedarf an unseren Suchtpräventionsprojekten an dieser Stelle die Stiftung SehnSucht und die SehnSucht gemeinnützige GmbH schließe. Ich bin nicht bereit, zukünftig den größten Teil meiner Arbeitszeit mit Kalkulationen und Verwaltung zu verbringen, mein „unternehmerisches Denken“ kaum mehr gefordert zu sehen und meine Kreativität nicht mehr in die Projekte einbringen zu können.

Um diese realisieren zu können und mich beruflich voll der Suchtprävention und der Reintegration von ehemals süchtigen Menschen zu widmen, hatte ich mich 2005 entschieden, mein Regie-Studium vorzeitig zu beenden und das finanzielle Risiko auf mich zu nehmen, das die Gründung einer gemeinnützigen GmbH mit sich bringt, von der ich damals nicht wusste, ob sie Bestand haben würde. Sicher wusste ich damals nur eines: Die Gründung dieser Organisation gab mir die Möglichkeit, mich den Themen zu widmen, die mich am meisten interessierten und für die ich mich bestmöglich einsetzen wollte.

Ich möchte mich von Herzen bei all denjenigen bedanken, die sowohl SehnSucht als auch mich persönlich in den ganzen Jahren in unserem Engagement für die Suchtprävention von Kindern und Jugendlichen unterstützt haben.

An erster Stelle gilt mein Dank unseren Botschaftern Martin Schmitt, Eva Padberg (bis 2012), Jan Hofer und ganz besonders Kai Pflaume, dessen persönlichem Einsatz wir es zu einem sehr großen Teil zu verdanken haben, dass unsere Arbeit über neun Jahre finanziert werden konnte.

Im wahrsten Sinne last but not least danke ich an dieser Stelle aber auch ganz besonders meiner Familie, meinen Eltern, meiner Frau und meinen Freunden, die mich in all den Jahren aufgefangen haben, wenn sich meine Sorgen über das Fortbestehen von SehnSucht über Tage und Nächte weit abseits jeglicher Arbeitszeit ausbreiteten.“  

Tanja Henlein

Vorstand der Stiftung SehnSucht und
Geschäftsführerin der SehnSucht gemeinnützige GmbH  

P.S.: „Mein persönliches Spendenverhalten hat sich durch die Leitung einer gemeinnützigen Organisation völlig verändert. Ich werde zukünftig Personen unterstützen, deren Problematik sich augenscheinig abzeichnet ohne oder gerade weil diese Person vermutlich nicht in der Lage ist, einen Antrag auf Unterstützung zu stellen. Wenn ich Organisationen unterstütze, werden dies kleine Organisationen sein und ich werde meine Spende absichtlich zweckgebunden für die Verwaltung ausgeben, um meinen Teil dazu beizutragen, dass auch kleine Organisationen Geld für die Verwaltung aufwenden, was eine grundlegende Bedingung für professionelles Arbeiten ist."


"Auch mich trifft das abrupte Ende der Stiftung SehnSucht hart. Fast 3 Jahre durfte ich Teil dieser tollen Institution sein, bin viel rumgekommen, habe interessante Menschen und Städte kennengelernt.

Auch weil diese Form der Arbeit mir sehr viel Spaß gemacht hat, versuche ich aktuell Möglichkeiten zu finden, eine ähnliche Institution wie die Stiftung auf die Beine zu stellen. Leider stoße ich dabei an genau die gleichen Grenzen, die Tanja Henlein schon beschrieben hat. Bemerkenswert in jedem Fall, dass eine bundesweite Institution 9 Jahre OHNE Regelförderung existieren konnte. Hierfür gilt den Botschaftern, allen voran Kai Pflaume unermesslicher Dank.

Doch dass die Stiftung zuletzt das war, was sie war: eine hochprofessionelle Institution voller Herzblut für die Sache, mit unermüdlichem Engagement, Begeisterungsfähigkeit für neue Ideen und einem unbürokratischen Ablauf ist ganz alleine Tanja Henleins Verdienst. Vielen Dank für endlos viel Verständnis, Unterstützung und ein sehr angenehmes Arbeitsklima. Ich bin sehr traurig und werde die Stiftung SehnSucht sehr vermissen!"

Patrick Durner
Diplom-Pädagoge und Medienpädagoge
Pädagogische Leitung Stiftung SehnSucht


Suchtprävention heißt leben lernen! Für mich bestand die Aufgabe der Stiftung SehnSucht immer genau darin: Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf ihrem Lebensweg unterstützen, sie stark machen im Umgang mit sich und anderen und sie vor allem dazu anregen, ihre Problem selber kritisch und kreativ zu lösen! Diese Arbeit hat mir viel Spaß gemacht und die vielen und dankenden Rückmeldungen von Teilnehmern haben mich immer wieder darin bestärkt das Richtige zu tun! Die finanziell bedingte Auflösung der Stiftung SehnSucht geht daher, meiner Meinung nach, auch nicht nur zu Lasten von uns als Mitarbeitern sondern vor allem und viel mehr zu Lasten der vielen Menschen, jung und alt,  die wir nun leider nicht mehr erreichen können!

Meine Bitte daher hier an Sie als Unterstützer: Lassen Sie diese Menschen nicht im Stich, engagieren Sie sich weiter für die gute Sache und stellen Sie sich Kritikern und Zweiflern mit starkem Willen und Überzeugung entgegen! Ich persönlich bin unendlich traurig über das abrupte Ende der Stiftung, gebe aber die Hoffnung nicht auf – denn Hoffnung gehört nun mal auch zum Leben!"

Michael Leibfried
Diplom-Sozialpädagoge (FH)
Mitarbeiter Stiftung SehnSucht


 „Fünf von neun Jahren durfte ich die Stiftung SehnSucht bei ihrer wirklich sinnvollen und fördernden Arbeit im Bereich der Suchtprävention unterstützen. Fünf Jahre, die mir persönlich wahnsinnig viel Spaß gemacht haben und mir das Gefühl gegeben haben, etwas zu bewirken.

Die Rückmeldungen aller Teilnehmer, ob Schüler oder Erwachsene, gab mir immer wieder Bestätigung darin, das richtige zu tun. Der Bedarf an unserer Arbeit war und ist offensichtlich immer vorhanden.

Dass es nun dennoch zu Ende gehen muss, macht mich traurig und wütend zugleich! Traurig für das gesamte Team, denn wir alle gingen in unserer Arbeit auf, bewegten jeden Tag etwas in die richtige Richtung und waren mit dem Herzen dabei. Wütend bin ich auf viele Sachen zugleich. Die meisten Punkte hat Tanja Henlein oben bereits ausgesprochen. Auf eines möchte ich noch einmal besonders hinweisen: Ich finde es absolut schade, dass Menschen, die sich dafür entschieden haben im sozialen und gemeinnützigen Bereich für leider viel zu wenig Lohn zu arbeiten, solche Steine in den Weg gelegt werden."

Sandra Hainzl
Pädagogin (B.A.)
Vorstandsassistenz und Projektkoordination Stiftung SehnSucht


"Ich bedauere es sehr, dass es die Stiftung SehnSucht bald nicht mehr geben wird, da ich hier ein weitgefächertes Wissen vermittelt bekommen habe und vieles für meine Zukunft mitnehmen werde. Zudem bewunderte ich von Anfang an, die hervorragende Zusammenarbeit und das absolut harmonierendeTeam, in dem ich mich sehr wohl gefühlt habe."

Anne Krüger
Studentin Soziale Arbeit
Praktikantin Stiftung SehnSucht

 


 

Durch unser großes Netzwerk sind wir Ihnen natürlich gerne bei der Suche nach Alternativen
im Bereich der Suchtprävention behilflich.

Bitte wenden Sie sich an durnerpatrick@gmail.com

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